v8.7

Basenfasten

Dr. Constanze Lohse
über den sanften Neustart
für Ihren Stoffwechsel

Dr. Constanze Lohse ist Allgemeinärztin in Norderstedt bei Hamburg, spezialisiert auf Prävention, und bekannt als TV-Ärztin und Buchautorin. Sie erklärt, wie Sie durch eine rein basische Ernährung den Körper entlasten und neue Energie gewinnen können.
Basenfasten ist kein Hungern, sondern ein bewusstes Weglassen der Säurebildner. Es ist wie ein Frühjahrsputz für Ihre Zellen: Ballast abwerfen, durchatmen und neu starten.
1
Die Kartoffel: Ihr bester Freund
Warum: Die Kartoffel ist der wichtigste basische Sattmacher. Sie liefert viel Kalium, das hilft, Säuren zu neutralisieren und auszuschwemmen. Zudem enthält sie hochwertiges pflanzliches Eiweiß.
Wie: Täglich Kartoffeln in verschiedenen Varianten.
KONKRET
Essen Sie Pellkartoffeln, Ofenkartoffeln oder Kartoffelsuppe. Wichtig: Nicht frittieren! Die Schale enthält die meisten Mineralstoffe, daher am besten mitessen (Bio).
2
Reifes Obst: Vitamine ohne Säurelast
Warum: Obst ist basisch – aber nur, wenn es reif ist. Unreifes Obst kann im Darm gären und Fuselalkohole bilden, die die Leber belasten.
Wie: Nur reifes Obst, vorzugsweise morgens.
KONKRET
Essen Sie Obst (z.B. Bananen, Äpfel, Birnen) bis 14 Uhr. Am Abend kann Fruchtzucker die Leber bei der Entgiftung stören.
3
Keimlinge & Sprossen: Vitalstoff-Bomben
Warum: Wenn Samen keimen, vervielfacht sich ihr Vitamingehalt und sie werden extrem basisch verstoffwechselt. Sie liefern lebendige Energie für die Zellerneuerung.
Wie: Über jeden Salat oder jede Suppe streuen.
KONKRET
Ziehen Sie Kresse, Alfalfa oder Brokkolisprossen auf der Fensterbank. Das ist das günstigste und frischeste Superfood, das Sie bekommen können.
4
Säurebildner streichen: Die "Nein"-Liste
Warum: Um den Körper zu entlasten, müssen wir die Zufuhr von Säurebildnern stoppen. Dazu gehören: Fleisch, Wurst, Milchprodukte, Getreide (Weizen), Zucker, Kaffee und Alkohol.
Wie: 100% Verzicht für die Fastenzeit (7-14 Tage).
KONKRET
Räumen Sie vor Beginn Ihren Kühlschrank aus. Was nicht da ist, kann Sie nicht verführen. Ersetzen Sie Milch durch Mandelmilch und Fleisch durch Pilze oder Gemüse.
5
Gute Öle: Geschmeidig bleiben
Warum: Hochwertige, kaltgepresste Öle sind neutral bis leicht basisch und essenziell für die Aufnahme von fettlöslichen Vitaminen (E, D, K, A). Sie machen satt und zufrieden.
Wie: Olivenöl, Leinöl, Walnussöl.
KONKRET
Geben Sie das Öl immer erst *nach* dem Kochen über das Gericht, um die wertvollen Fettsäuren nicht durch Hitze zu zerstören.
6
Kräuter & Gewürze: Basische Geschmacksgeber
Warum: Frische Kräuter sind extrem mineralstoffreich und damit stark basenbildend. Sie regen zudem die Verdauungssäfte an und helfen beim Entgiften.
Wie: Handvollweise verwenden.
KONKRET
Petersilie, Schnittlauch, Basilikum – nutzen Sie sie wie Gemüse, nicht nur als Deko. Ingwer und Kurkuma wirken zusätzlich entzündungshemmend.
7
Mandeln: Die basische Ausnahme
Warum: Die meisten Nüsse sind leicht säurebildend. Mandeln sind die Ausnahme: Sie werden basisch verstoffwechselt und liefern wichtiges Calcium und Magnesium.
Wie: Als Snack oder Mandelmus.
KONKRET
Essen Sie bei kleinem Hunger zwischendurch 5-10 Mandeln. Kauen Sie diese sehr gründlich, bis ein Brei entsteht – das macht sie noch bekömmlicher.
8
Trinken, trinken, trinken: Das Spülprogramm
Warum: Gelöste Säuren und Stoffwechselendprodukte müssen über die Nieren ausgeschieden werden. Ohne genug Flüssigkeit bleiben sie im Bindegewebe.
Wie: 2,5 bis 3 Liter stilles Wasser oder Kräutertee.
KONKRET
Vermeiden Sie Kohlensäure (ist buchstäblich "Säure"). Trinken Sie heißes Wasser ("abgekochtes Wasser") – das reinigt nach ayurvedischer Lehre besonders gut.
9
Kauen ist Verdauung: Vorarbeit leisten
Warum: Die Verdauung von Kohlenhydraten (Gemüse/Kartoffeln) beginnt im Mund durch Enzyme im Speichel. Wer schlingt, sorgt für Gärung im Darm – und Gärung produziert Säure und Blähbauch.
Wie: 30x kauen pro Bissen.
KONKRET
Der Bissen sollte flüssig sein, bevor Sie schlucken. Legen Sie das Besteck zwischendurch ab. Das ist der effektivste Schutz vor Blähungen beim Basenfasten.
10
Abends gedünstet: Den Darm schonen
Warum: Rohkost am Abend gärt über Nacht im Darm, da die Verdauungskapazität abnimmt. Gärung erzeugt Fuselalkohole – eine Belastung für die Leber.
Wie: Nach 14 Uhr nur noch Gekochtes.
KONKRET
Essen Sie Ihren Salat mittags. Abends gibt es Gemüsesuppe oder Ofengemüse. Ihr Bauch wird am nächsten Morgen flacher sein.
1
Der Leberwickel: Entgiftung unterstützen
Warum: Die Leber ist unser wichtigstes Entgiftungsorgan. Wärme und Ruhe steigern die Durchblutung der Leber um bis zu 40%, was ihre Reinigungsleistung enorm verbessert.
Wie: Mittagsruhe mit Wärmflasche.
KONKRET
Feuchtes Tuch auf den rechten Rippenbogen, Wärmflasche drauf, trockenes Handtuch drüber. Ruhen Sie so 20 Minuten.
2
Basische Bäder: Entsäuerung über die Haut
Warum: Ein Bad mit einem pH-Wert von ca. 8,5 (wie Fruchtwasser) regt die Haut an, Säuren auszuscheiden ("Osmose"). Die Haut fettet sich dabei selbst nach und wird butterweich.
Wie: 1-2 Vollbäder oder Fußbäder pro Woche.
KONKRET
Nutzen Sie Basensalz aus der Drogerie. Bleiben Sie mindestens 45-60 Minuten in der Wanne, da die Entsäuerung erst nach ca. 30 Minuten beginnt.
3
Bewegung an frischer Luft: Säure abatmen
Warum: Wir scheiden Säuren (Kohlensäure) über die Lunge als CO2 aus. Tiefe Atmung bei Bewegung unterstützt diesen Prozess massiv.
Wie: Täglicher Spaziergang.
KONKRET
Gehen Sie so zügig, dass Sie etwas tiefer atmen müssen, aber nicht außer Atem geraten. Sauerstoff ist das wichtigste Basenmittel.
4
Trockenbürsten: Lymphe aktivieren
Warum: Das Lymphsystem ist die "Kanalisation" des Körpers. Es hat keine Pumpe (wie das Herz). Bürstenmassagen regen den Lymphfluss an und helfen beim Abtransport von Schlacken.
Wie: Morgens vor dem Duschen.
KONKRET
Bürsten Sie mit einer Naturborstenbürste immer in Richtung Herz. Beginnen Sie am rechten Fuß außen. Das belebt und strafft die Haut.
5
Stress reduzieren: Stress macht sauer
Warum: Stresshormone (Adrenalin, Cortisol) verändern den Stoffwechsel und die Atmung (flacher). Das führt biochemisch zu einer Übersäuerung des Gewebes. Ärger schlägt auf den Magen.
Wie: Bewusste Pausen.
KONKRET
Versuchen Sie nicht, in der Basenfasten-Woche Rekorde im Job zu brechen. Nehmen Sie sich Zeit für sich.
6
Ausreichend Schlaf: Regeneration
Warum: Nachts, besonders zwischen 1 und 3 Uhr, arbeitet die Leber auf Hochtouren. Guter Schlaf ist essenziell für die Entgiftung.
Wie: Vor 23 Uhr ins Bett.
KONKRET
Nutzen Sie die Basenfasten-Zeit für einen "Schlaf-Reset". Ohne Kaffee am Nachmittag schlafen Sie wahrscheinlich tiefer.
7
Digital Detox: Mentale Entgiftung
Warum: Ständige Erreichbarkeit und schlechte Nachrichten erzeugen Stress. Basenfasten ist auch eine Zeit der inneren Reinigung.
Wie: Handy weg nach 20 Uhr.
KONKRET
Schalten Sie Push-Benachrichtigungen aus. Lesen Sie ein Buch statt News zu scrollen. Das beruhigt das vegetative Nervensystem.
8
Schwitzen: Sauna & Dampfbad
Warum: Über den Schweiß scheidet der Körper ebenfalls Stoffwechselendprodukte aus. Die Wärme entspannt zudem die Muskulatur und fördert die Durchblutung.
Wie: 1-2 Saunagänge.
KONKRET
Trinken Sie vor und nach der Sauna extra viel Wasser oder verdünnten Kräutertee, um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen.
9
Ölziehen: Mundhygiene
Warum: Über die Mundschleimhaut sammeln sich über Nacht Bakterien und Toxine. Ölziehen bindet diese Stoffe, bevor sie geschluckt werden.
Wie: Morgens nüchtern 5 Min. Öl im Mund bewegen.
KONKRET
Nehmen Sie 1 EL Kokos- oder Sesamöl. Ziehen Sie es durch die Zähne. Danach in ein Tuch spucken (nicht in den Abfluss/nicht schlucken!) und Mund ausspülen.
10
Darmreinigung (optional): Startsignal
Warum: Eine Darmentleerung (z.B. mit Glaubersalz oder Einlauf) zu Beginn kann das Hungergefühl dämpfen und signalisiert dem Körper den "Neustart".
Wie: Nur am ersten Tag (wenn gewünscht).
KONKRET
Das ist kein Muss! Wer es nicht mag, lässt es weg. Wichtiger ist die Umstellung der Ernährung.
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Zu wenig essen: Hungern ist falsch
Das Problem: Basenfasten ist keine Null-Diät. Wer nur ein paar Salatblätter isst, verlangsamt den Stoffwechsel und friert.
Die Lösung: Satt essen.
KONKRET
Essen Sie große Portionen Kartoffeln, Gemüse und Bananen. Sie sollen satt sein!
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Rohkost am Abend: Gärbauch
Das Problem: Viele essen abends riesige Salatteller. Das kann der Darm nachts nicht verdauen -> Blähungen und Fuselalkohole.
Die Lösung: Dünsten.
KONKRET
Ab 14 Uhr sollte alles Gemüse gedünstet, gekocht oder gebacken sein.
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Kaffee-Konsum: Säurebildner
Das Problem: "Ohne Kaffee geht es nicht." Doch! Kaffee ist ein Säurebildner und stresst die Nebennieren.
Die Lösung: Verzicht auf Zeit.
KONKRET
Nutzen Sie die Woche für einen Entzug. Die Kopfschmerzen verschwinden nach 2-3 Tagen. Kräutertee ist die Alternative.
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Zu viel Obst: Zucker
Das Problem: Wer den ganzen Tag nur süßes Obst isst, nimmt zu viel Fruktose auf. Das belastet die Leber und führt zu Gärung.
Die Lösung: 80% Gemüse.
KONKRET
Das Verhältnis sollte 80% Gemüse zu 20% Obst sein.
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Dehydrierung: Kopfschmerzen
Das Problem: Wer Schlacken lösen will, muss sie ausschwemmen. Wer zu wenig trinkt, bekommt die "Fastenkrise" (Kopfweh, Übelkeit).
Die Lösung: 2,5 Liter.
KONKRET
Trinken Sie, bevor Sie Durst haben. Wasser und Kräutertee sind Ihre besten Freunde.
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Stress beim Fasten: Kontraproduktiv
Das Problem: Basenfasten in einer extrem stressigen Arbeitswoche funktioniert schlecht. Stress produziert selbst Säure im Körper.
Die Lösung: Ruhige Woche wählen.
KONKRET
Starten Sie im Urlaub oder in einer Woche mit wenig Terminen.
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Getreide essen: Säurebildner
Das Problem: Viele denken, Vollkornbrot sei basisch. Nein, Getreide ist ein guter Säurebildner. Beim strengen Basenfasten ist es tabu.
Die Lösung: Gekeimtes oder Kartoffeln.
KONKRET
Ersetzen Sie Brot durch Kartoffeln, Süßkartoffeln oder maximal gekeimtes Müsli.
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Hülsenfrüchte vergessen: Falsch verstanden
Das Problem: Manche Tabellen listen Linsen als "sauer". Gekeimt sind sie jedoch basisch und wichtig für die Sättigung.
Die Lösung: Gekeimt essen.
KONKRET
Gekeimte Linsen oder Kichererbsen sind erlaubt und liefern wichtiges Eiweiß.
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Kalte Füße: Energieblockade
Das Problem: Wer friert, entgiftet schlechter. Die Durchblutung wird zentralisiert, die Peripherie (Haut) scheidet weniger aus.
Die Lösung: Fußbäder.
KONKRET
Halten Sie die Füße warm (Wollsocken, Fußbad). Das hilft dem ganzen Stoffwechsel.
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Sofortiges "Fressen" danach: Alles umsonst
Das Problem: Wer nach der Basenwoche sofort Pizza und Alkohol konsumiert, überfordert den gereinigten Darm völlig.
Die Lösung: Aufbau-Tage.
KONKRET
Führen Sie Säurebildner (Käse, Brot) langsam wieder ein. Bleiben Sie bei 80% basischer Kost.