v9.13

Energie stärken (Kinder)

Dr. Constanze Lohse
über volle Akkus und
neue Lebensenergie

Dr. Constanze Lohse ist Allgemeinärztin in Norderstedt bei Hamburg, spezialisiert auf Prävention, und bekannt als TV-Ärztin und Buchautorin. Sie erklärt, warum viele Kinder heute müde und antriebslos sind und wie Sie mit der richtigen Ernährung die Batterien wieder aufladen können.
Ein Kind, das ständig müde ist, braucht keinen Zucker-Kick, sondern echte Energie. Wir müssen den Körper mit Nährstoffen füttern, nicht nur mit Kalorien, damit er wachsen und toben kann.
1
Komplexe Kohlenhydrate: Der Langzeit-Akku
Warum: Zucker und Weißmehl liefern nur einen kurzen Energie-Kick, gefolgt von einem tiefen Loch (Müdigkeit). Vollkornprodukte und Hafer geben Energie langsam und stetig ab.
Wie: Haferflocken, Vollkornbrot, Kartoffeln.
KONKRET
Starten Sie den Tag mit einem Haferbrei (Porridge) mit Obst. Das hält den Energiepegel den ganzen Vormittag konstant, ohne das "10-Uhr-Loch".
2
Eisen: Sauerstoff für jede Zelle
Warum: Eisenmangel ist die häufigste Ursache für Müdigkeit bei Kindern. Ohne Eisen kommt zu wenig Sauerstoff in die Zellen und ins Gehirn.
Wie: Fleisch, Hirse, Hafer, grünes Gemüse.
KONKRET
Kombinieren Sie eisenhaltige Lebensmittel immer mit Vitamin C (z.B. O-Saft zum Müsli oder Paprika zum Fleisch), das verdoppelt die Aufnahme.
3
Wasser trinken: Der Frische-Kick
Warum: Schon leichte Dehydrierung macht müde und träge. Das Blut wird dicker und fließt langsamer. Wasser belebt sofort.
Wie: Regelmäßig über den Tag verteilt trinken.
KONKRET
Wenn das Kind schlapp wirkt: Erst mal ein großes Glas Wasser trinken lassen. Oft ist es nur Durst, keine echte Müdigkeit.
4
Frühstück ist Pflicht: Starten statt Warten
Warum: Wer ohne Frühstück aus dem Haus geht, läuft auf Reserve. Der Körper schaltet in den Sparmodus, das Kind wirkt lustlos.
Wie: Kohlenhydrate und Eiweiß am Morgen.
KONKRET
Auch wenn kein Hunger da ist: Ein Glas Milch, ein Smoothie oder eine Banane müssen sein. Ein Auto fährt auch nicht ohne Benzin.
5
B-Vitamine: Nervennahrung
Warum: Vitamine aus der B-Gruppe (B1, B6, B12) sind essenziell für den Energiestoffwechsel. Sie wandeln Nahrung in Kraft um.
Wie: Vollkorn, Milchprodukte, Nüsse, Bananen.
KONKRET
Eine Banane ist der perfekte Energie-Snack, weil sie B-Vitamine und Magnesium liefert. Nüsse sind kleine Energiebomben für zwischendurch.
6
Magnesium: Gegen die Erschöpfung
Warum: Magnesiummangel führt zu Müdigkeit und Muskelschwäche. Aktive Kinder haben einen hohen Bedarf.
Wie: Sonnenblumenkerne, Kakao, Vollkorn.
KONKRET
Streuen Sie Kerne über den Salat oder das Müsli. Ein Stück dunkle Schokolade (wenig Zucker) liefert ebenfalls Magnesium.
7
Gesunde Snacks: Nüsse statt Riegel
Warum: Schokoriegel geben nur für 20 Minuten Energie, dann folgt das Tief. Nüsse und Obst liefern Energie für 2 Stunden.
Wie: Studentenfutter (ohne Rosinen, wenn möglich).
KONKRET
Haben Sie immer eine Dose mit Mandeln oder Cashews dabei. Das ist der beste Snack gegen das Nachmittags-Tief.
8
Regelmäßigkeit: Den Motor am Laufen halten
Warum: Kinder haben kleine Glykogenspeicher. Wenn sie zu lange nichts essen, fallen sie in ein Energieloch.
Wie: Alle 3-4 Stunden essen.
KONKRET
Planen Sie feste Zwischenmahlzeiten ein (z.B. 10 Uhr und 15 Uhr), damit der Hunger gar nicht erst so groß wird, dass die Energie weg ist.
9
Frische Vitalstoffe: Rohkost ist lebendig
Warum: Verkkochtes Gemüse hat kaum noch Vitamine. Frische Rohkost liefert Enzyme und Vitalstoffe, die den Stoffwechsel beleben.
Wie: Zu jeder Mahlzeit etwas Rohes.
KONKRET
Legen Sie Gurkenscheiben aufs Brot oder servieren Sie Paprikasticks zum Mittagessen. Das bringt Frische und Energie.
10
Weniger Zucker: Kein Energie-Räuber
Warum: Zucker wirkt kurzfristig aufputschend, raubt dem Körper aber langfristig B-Vitamine und führt zu Müdigkeit.
Wie: Zuckerfallen meiden.
KONKRET
Achten Sie auf versteckten Zucker in Joghurt und Müsli. Je weniger Zucker, desto konstanter ist das Energielevel des Kindes.
1
Schlaf: Der wichtigste Akku-Lader
Warum: Ohne Schlaf keine Energie. Wachstum und Regeneration finden nachts statt. Ein Kind, das zu spät ins Bett geht, kann tagsüber nicht fit sein.
Wie: Frühe Bettzeiten priorisieren.
KONKRET
Schulkinder brauchen 10-11 Stunden. Rechnen Sie zurück: Wer um 7 Uhr raus muss, sollte um 20:30 Uhr schlafen.
2
Frische Luft: Sauerstoff tanken
Warum: Schlechte Luft in Klassenzimmern oder Kinderzimmern macht müde (CO2). Sauerstoff weckt das Gehirn auf.
Wie: Lüften und Rausgehen.
KONKRET
Schicken Sie das Kind nach dem Mittagessen für 30 Minuten raus, bevor die Hausaufgaben beginnen. Stoßlüften wirkt Wunder.
3
Bewegung: Kreislauf anregen
Warum: Wer nur sitzt, wird träge. Bewegung pumpt Blut und Sauerstoff durch den Körper und macht wach.
Wie: Toben statt Fernsehen.
KONKRET
Bauen Sie Bewegung in den Alltag ein: Zu Fuß zur Schule, Treppen steigen, Trampolin springen.
4
Pausen machen: Energie sparen
Warum: Kinder haben keinen "Aus-Knopf". Sie powern durch, bis sie umfallen. Ruhepausen laden den Akku auf.
Wie: Chill-Zeiten einplanen.
KONKRET
Nach der Schule ist erst mal "Sendepause". Ein Hörspiel hören oder einfach auf dem Teppich liegen ist erlaubt.
5
Tageslicht: Innere Uhr stellen
Warum: Helles Licht am Tag signalisiert dem Körper "Wach sein". Wer den ganzen Tag im Dämmerlicht sitzt, wird schläfrig (Melatonin).
Wie: Vorhänge auf, raus ans Licht.
KONKRET
Der Arbeitsplatz für die Hausaufgaben sollte am Fenster sein.
6
Stress reduzieren: Mental Load bei Kindern
Warum: Schulstress, Hobbys, Streit – das raubt Energie. Ein gestresstes Kind ist ein müdes Kind.
Wie: Terminkalender entzerren.
KONKRET
Streichen Sie notfalls einen Termin pro Woche. Kinder brauchen freie Zeit ohne Programm.
7
Kaltes Wasser: Der Wachmacher
Warum: Kaltes Wasser im Gesicht oder an den Armen regt den Kreislauf sofort an.
Wie: Katzenwäsche.
KONKRET
Wenn das Kind bei den Hausaufgaben einschläft: Einmal kurz kaltes Wasser ins Gesicht spritzen oder die Unterarme kühlen.
8
Spaß & Lachen: Energie-Booster
Warum: Langeweile macht müde. Spaß und Begeisterung setzen Energie frei.
Wie: Quatsch machen.
KONKRET
Kitzeln Sie das Kind wach oder legen Sie ein lustiges Lied auf. Positive Emotionen wecken auf.
9
Routine: Energie sparen durch Gewohnheit
Warum: Entscheidungen treffen kostet Kraft. Wenn der Tagesablauf klar ist (Routine), spart das Gehirn Energie.
Wie: Fester Tagesplan.
KONKRET
Immer gleiche Zeiten für Essen, Hausaufgaben und Schlafen entlasten das Kind mental.
10
Digital Detox: Bildschirme machen müde
Warum: Stundenlanges Starren auf Tablet oder TV strengt die Augen an und macht passiv.
Wie: Medienzeiten begrenzen.
KONKRET
Nach dem Medienkonsum wirkt das Kind oft platt. Sorgen Sie für einen aktiven Ausgleich danach.
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Zucker-Frühstück: Der Mittags-Absturz
Das Problem: Toast mit Nutella oder zuckrige Cornflakes pushen kurz, dann fällt das Kind in ein tiefes Energieloch.
Die Lösung: Ballaststoffe.
KONKRET
Ersetzen Sie Schokocreme durch Käse oder ungesüßtes Müsli.
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Zu wenig trinken: Kopfschmerzen
Das Problem: Ein Kind, das zu wenig trinkt, wird lethargisch. Oft wird das als Faulheit fehlgedeutet.
Die Lösung: Wasser anbieten.
KONKRET
Erinnern Sie das Kind ans Trinken, bevor es "Durst" sagt.
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Eisenmangel übersehen: Dauer-Müde
Das Problem: Wenn das Kind blass ist und keine Energie hat, kann Eisenmangel dahinterstecken.
Die Lösung: Blutbild.
KONKRET
Lassen Sie beim Kinderarzt den Eisenwert checken.
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Zu spät ins Bett: Schlafdefizit
Das Problem: Chronischer Schlafmangel lässt sich am Wochenende nicht nachholen. Das Kind ist dauerhaft erschöpft.
Die Lösung: Konsequente Zeiten.
KONKRET
Bringen Sie das Kind früher ins Bett, auch wenn es protestiert.
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Bildschirm vor dem Schlaf: Unruhige Nacht
Das Problem: Blaulicht verhindert die Melatonin-Produktion. Das Kind schläft schlecht ein und wacht unausgeschlafen auf.
Die Lösung: Medienverbot am Abend.
KONKRET
Kein TV oder Tablet in der letzten Stunde vor dem Bett.
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Schweres Mittagessen: Schnitzelkoma
Das Problem: Fettiges, schweres Essen zieht das Blut in den Magen. Der Kopf wird müde.
Die Lösung: Leichtes Essen.
KONKRET
Mittags lieber Nudeln mit Gemüse oder Reis als Pommes mit Schnitzel.
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Keine Pausen: Akku leer
Das Problem: Ein durchgetakteter Tag ohne Leerlauf führt zu Erschöpfung.
Die Lösung: Langeweile zulassen.
KONKRET
Planen Sie Zeiten ein, in denen das Kind "nichts" tun muss.
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Bewegungsmangel: Trägheit
Das Problem: Wer den ganzen Tag sitzt, wird nicht wach. Der Kreislauf fährt runter.
Die Lösung: Rausgehen.
KONKRET
Jeden Tag an die frische Luft, egal bei welchem Wetter.
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Fast Food: Leere Kalorien
Das Problem: Burger und Pizza machen satt, liefern aber keine Vitamine für den Energie-Stoffwechsel.
Die Lösung: Nährstoffdichte.
KONKRET
Kochen Sie frisch mit Gemüse und Vollkorn.
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Leistungsdruck: Mentaler Stress
Das Problem: Zu viele Erwartungen rauben dem Kind die Energie.
Die Lösung: Druck rausnehmen.
KONKRET
Loben Sie Anstrengung, nicht nur Ergebnisse. Zeigen Sie, dass Sie das Kind lieben, egal wie viel Energie es gerade hat.