Dr. Constanze Lohse
über volle Akkus und
neue Lebensenergie
Dr. Constanze Lohse ist Allgemeinärztin in Norderstedt bei Hamburg,
spezialisiert auf Prävention, und bekannt als TV-Ärztin und
Buchautorin. Sie erklärt, warum viele Kinder heute müde und
antriebslos sind und wie Sie mit der richtigen Ernährung die Batterien
wieder aufladen können.
Ein Kind, das ständig müde ist, braucht keinen Zucker-Kick, sondern
echte Energie. Wir müssen den Körper mit Nährstoffen füttern, nicht
nur mit Kalorien, damit er wachsen und toben kann.
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Komplexe Kohlenhydrate: Der Langzeit-Akku
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Komplexe Kohlenhydrate: Der Langzeit-Akku
Warum: Zucker und Weißmehl
liefern nur einen kurzen Energie-Kick, gefolgt von einem
tiefen Loch (Müdigkeit). Vollkornprodukte und Hafer geben
Energie langsam und stetig ab.
Wie: Haferflocken,
Vollkornbrot, Kartoffeln.
KONKRET
Starten Sie den Tag mit einem Haferbrei (Porridge) mit Obst.
Das hält den Energiepegel den ganzen Vormittag konstant, ohne
das "10-Uhr-Loch".
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Eisen: Sauerstoff für jede Zelle
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Eisen: Sauerstoff für jede Zelle
Warum: Eisenmangel ist die
häufigste Ursache für Müdigkeit bei Kindern. Ohne Eisen kommt
zu wenig Sauerstoff in die Zellen und ins Gehirn.
Wie: Fleisch, Hirse, Hafer,
grünes Gemüse.
KONKRET
Kombinieren Sie eisenhaltige Lebensmittel immer mit Vitamin C
(z.B. O-Saft zum Müsli oder Paprika zum Fleisch), das
verdoppelt die Aufnahme.
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Wasser trinken: Der Frische-Kick
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Wasser trinken: Der Frische-Kick
Warum: Schon leichte
Dehydrierung macht müde und träge. Das Blut wird dicker und
fließt langsamer. Wasser belebt sofort.
Wie: Regelmäßig über den Tag
verteilt trinken.
KONKRET
Wenn das Kind schlapp wirkt: Erst mal ein großes Glas Wasser
trinken lassen. Oft ist es nur Durst, keine echte Müdigkeit.
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Frühstück ist Pflicht: Starten statt Warten
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Frühstück ist Pflicht: Starten statt Warten
Warum: Wer ohne Frühstück aus
dem Haus geht, läuft auf Reserve. Der Körper schaltet in den
Sparmodus, das Kind wirkt lustlos.
Wie: Kohlenhydrate und Eiweiß
am Morgen.
KONKRET
Auch wenn kein Hunger da ist: Ein Glas Milch, ein Smoothie
oder eine Banane müssen sein. Ein Auto fährt auch nicht ohne
Benzin.
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B-Vitamine: Nervennahrung
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B-Vitamine: Nervennahrung
Warum: Vitamine aus der
B-Gruppe (B1, B6, B12) sind essenziell für den
Energiestoffwechsel. Sie wandeln Nahrung in Kraft um.
Wie: Vollkorn, Milchprodukte,
Nüsse, Bananen.
KONKRET
Eine Banane ist der perfekte Energie-Snack, weil sie
B-Vitamine und Magnesium liefert. Nüsse sind kleine
Energiebomben für zwischendurch.
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Magnesium: Gegen die Erschöpfung
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Magnesium: Gegen die Erschöpfung
Warum: Magnesiummangel führt
zu Müdigkeit und Muskelschwäche. Aktive Kinder haben einen
hohen Bedarf.
Wie: Sonnenblumenkerne, Kakao,
Vollkorn.
KONKRET
Streuen Sie Kerne über den Salat oder das Müsli. Ein Stück
dunkle Schokolade (wenig Zucker) liefert ebenfalls Magnesium.
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Gesunde Snacks: Nüsse statt Riegel
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Gesunde Snacks: Nüsse statt Riegel
Warum: Schokoriegel geben nur
für 20 Minuten Energie, dann folgt das Tief. Nüsse und Obst
liefern Energie für 2 Stunden.
Wie: Studentenfutter (ohne
Rosinen, wenn möglich).
KONKRET
Haben Sie immer eine Dose mit Mandeln oder Cashews dabei. Das
ist der beste Snack gegen das Nachmittags-Tief.
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Regelmäßigkeit: Den Motor am Laufen halten
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Regelmäßigkeit: Den Motor am Laufen halten
Warum: Kinder haben kleine
Glykogenspeicher. Wenn sie zu lange nichts essen, fallen sie
in ein Energieloch.
Wie: Alle 3-4 Stunden essen.
KONKRET
Planen Sie feste Zwischenmahlzeiten ein (z.B. 10 Uhr und 15
Uhr), damit der Hunger gar nicht erst so groß wird, dass die
Energie weg ist.
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Frische Vitalstoffe: Rohkost ist lebendig
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Frische Vitalstoffe: Rohkost ist lebendig
Warum: Verkkochtes Gemüse hat
kaum noch Vitamine. Frische Rohkost liefert Enzyme und
Vitalstoffe, die den Stoffwechsel beleben.
Wie: Zu jeder Mahlzeit etwas
Rohes.
KONKRET
Legen Sie Gurkenscheiben aufs Brot oder servieren Sie
Paprikasticks zum Mittagessen. Das bringt Frische und Energie.
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Weniger Zucker: Kein Energie-Räuber
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Weniger Zucker: Kein Energie-Räuber
Warum: Zucker wirkt
kurzfristig aufputschend, raubt dem Körper aber langfristig
B-Vitamine und führt zu Müdigkeit.
Wie: Zuckerfallen meiden.
KONKRET
Achten Sie auf versteckten Zucker in Joghurt und Müsli. Je
weniger Zucker, desto konstanter ist das Energielevel des
Kindes.
TOP 10 TIPPS LIFESTYLE & ALLTAG
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Schlaf: Der wichtigste Akku-Lader
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Schlaf: Der wichtigste Akku-Lader
Warum: Ohne Schlaf keine
Energie. Wachstum und Regeneration finden nachts statt. Ein
Kind, das zu spät ins Bett geht, kann tagsüber nicht fit
sein.
Wie: Frühe Bettzeiten
priorisieren.
KONKRET
Schulkinder brauchen 10-11 Stunden. Rechnen Sie zurück: Wer
um 7 Uhr raus muss, sollte um 20:30 Uhr schlafen.
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Frische Luft: Sauerstoff tanken
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Frische Luft: Sauerstoff tanken
Warum: Schlechte Luft in
Klassenzimmern oder Kinderzimmern macht müde (CO2).
Sauerstoff weckt das Gehirn auf.
Wie: Lüften und Rausgehen.
KONKRET
Schicken Sie das Kind nach dem Mittagessen für 30 Minuten
raus, bevor die Hausaufgaben beginnen. Stoßlüften wirkt
Wunder.
3
Bewegung: Kreislauf anregen
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Bewegung: Kreislauf anregen
Warum: Wer nur sitzt, wird
träge. Bewegung pumpt Blut und Sauerstoff durch den Körper
und macht wach.
Wie: Toben statt Fernsehen.
KONKRET
Bauen Sie Bewegung in den Alltag ein: Zu Fuß zur Schule,
Treppen steigen, Trampolin springen.
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Pausen machen: Energie sparen
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Pausen machen: Energie sparen
Warum: Kinder haben keinen
"Aus-Knopf". Sie powern durch, bis sie umfallen. Ruhepausen
laden den Akku auf.
Wie: Chill-Zeiten einplanen.
KONKRET
Nach der Schule ist erst mal "Sendepause". Ein Hörspiel
hören oder einfach auf dem Teppich liegen ist erlaubt.
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Tageslicht: Innere Uhr stellen
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Tageslicht: Innere Uhr stellen
Warum: Helles Licht am Tag
signalisiert dem Körper "Wach sein". Wer den ganzen Tag im
Dämmerlicht sitzt, wird schläfrig (Melatonin).
Wie: Vorhänge auf, raus ans
Licht.
KONKRET
Der Arbeitsplatz für die Hausaufgaben sollte am Fenster
sein.
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Stress reduzieren: Mental Load bei Kindern
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Stress reduzieren: Mental Load bei Kindern
Warum: Schulstress, Hobbys,
Streit – das raubt Energie. Ein gestresstes Kind ist ein
müdes Kind.
Wie: Terminkalender
entzerren.
KONKRET
Streichen Sie notfalls einen Termin pro Woche. Kinder
brauchen freie Zeit ohne Programm.
7
Kaltes Wasser: Der Wachmacher
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Kaltes Wasser: Der Wachmacher
Warum: Kaltes Wasser im
Gesicht oder an den Armen regt den Kreislauf sofort an.
Wie: Katzenwäsche.
KONKRET
Wenn das Kind bei den Hausaufgaben einschläft: Einmal kurz
kaltes Wasser ins Gesicht spritzen oder die Unterarme
kühlen.
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Spaß & Lachen: Energie-Booster
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Spaß & Lachen: Energie-Booster
Warum: Langeweile macht
müde. Spaß und Begeisterung setzen Energie frei.
Wie: Quatsch machen.
KONKRET
Kitzeln Sie das Kind wach oder legen Sie ein lustiges Lied
auf. Positive Emotionen wecken auf.
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Routine: Energie sparen durch Gewohnheit
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Routine: Energie sparen durch Gewohnheit
Warum: Entscheidungen
treffen kostet Kraft. Wenn der Tagesablauf klar ist
(Routine), spart das Gehirn Energie.
Wie: Fester Tagesplan.
KONKRET
Immer gleiche Zeiten für Essen, Hausaufgaben und Schlafen
entlasten das Kind mental.
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Digital Detox: Bildschirme machen müde
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Digital Detox: Bildschirme machen müde
Warum: Stundenlanges Starren
auf Tablet oder TV strengt die Augen an und macht passiv.
Wie: Medienzeiten begrenzen.
KONKRET
Nach dem Medienkonsum wirkt das Kind oft platt. Sorgen Sie
für einen aktiven Ausgleich danach.
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Zucker-Frühstück: Der Mittags-Absturz
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Zucker-Frühstück: Der Mittags-Absturz
Das Problem: Toast mit
Nutella oder zuckrige Cornflakes pushen kurz, dann fällt das
Kind in ein tiefes Energieloch.
Die Lösung: Ballaststoffe.
KONKRET
Ersetzen Sie Schokocreme durch Käse oder ungesüßtes Müsli.
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Zu wenig trinken: Kopfschmerzen
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Zu wenig trinken: Kopfschmerzen
Das Problem: Ein Kind, das
zu wenig trinkt, wird lethargisch. Oft wird das als Faulheit
fehlgedeutet.
Die Lösung: Wasser anbieten.
KONKRET
Erinnern Sie das Kind ans Trinken, bevor es "Durst" sagt.
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Eisenmangel übersehen: Dauer-Müde
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Eisenmangel übersehen: Dauer-Müde
Das Problem: Wenn das Kind
blass ist und keine Energie hat, kann Eisenmangel
dahinterstecken.
Die Lösung: Blutbild.
KONKRET
Lassen Sie beim Kinderarzt den Eisenwert checken.
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Zu spät ins Bett: Schlafdefizit
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Zu spät ins Bett: Schlafdefizit
Das Problem: Chronischer
Schlafmangel lässt sich am Wochenende nicht nachholen. Das
Kind ist dauerhaft erschöpft.
Die Lösung: Konsequente
Zeiten.
KONKRET
Bringen Sie das Kind früher ins Bett, auch wenn es
protestiert.
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Bildschirm vor dem Schlaf: Unruhige Nacht
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Bildschirm vor dem Schlaf: Unruhige Nacht
Das Problem: Blaulicht
verhindert die Melatonin-Produktion. Das Kind schläft
schlecht ein und wacht unausgeschlafen auf.
Die Lösung: Medienverbot am
Abend.
KONKRET
Kein TV oder Tablet in der letzten Stunde vor dem Bett.
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Schweres Mittagessen: Schnitzelkoma
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Schweres Mittagessen: Schnitzelkoma
Das Problem: Fettiges,
schweres Essen zieht das Blut in den Magen. Der Kopf wird
müde.
Die Lösung: Leichtes Essen.
KONKRET
Mittags lieber Nudeln mit Gemüse oder Reis als Pommes mit
Schnitzel.
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Keine Pausen: Akku leer
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Keine Pausen: Akku leer
Das Problem: Ein
durchgetakteter Tag ohne Leerlauf führt zu Erschöpfung.
Die Lösung: Langeweile
zulassen.
KONKRET
Planen Sie Zeiten ein, in denen das Kind "nichts" tun muss.
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Bewegungsmangel: Trägheit
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Bewegungsmangel: Trägheit
Das Problem: Wer den ganzen
Tag sitzt, wird nicht wach. Der Kreislauf fährt runter.
Die Lösung: Rausgehen.
KONKRET
Jeden Tag an die frische Luft, egal bei welchem Wetter.
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Fast Food: Leere Kalorien
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Fast Food: Leere Kalorien
Das Problem: Burger und
Pizza machen satt, liefern aber keine Vitamine für den
Energie-Stoffwechsel.
Die Lösung: Nährstoffdichte.
KONKRET
Kochen Sie frisch mit Gemüse und Vollkorn.
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Leistungsdruck: Mentaler Stress
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Leistungsdruck: Mentaler Stress
Das Problem: Zu viele
Erwartungen rauben dem Kind die Energie.
Die Lösung: Druck
rausnehmen.
KONKRET
Loben Sie Anstrengung, nicht nur Ergebnisse. Zeigen Sie,
dass Sie das Kind lieben, egal wie viel Energie es gerade
hat.