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Immunsystem stärken

Dr. Lohse

Dr. Constanze Lohse
über die natürliche Abwehrkraft
kleiner Helden

Dr. Constanze Lohse ist Allgemeinärztin in Norderstedt bei Hamburg, spezialisiert auf Prävention, und bekannt als TV-Ärztin und Buchautorin. Sie erklärt, warum das Immunsystem Training braucht wie ein Muskel und wie Sie Ihr Kind fit für die Virenzeit machen.
Ein Kind, das nie krank ist, gibt es nicht – und das wäre auch nicht gesund. Das Immunsystem muss lernen. Wir können es dabei unterstützen: mit bunten Vitaminen, frischer Luft und genug Schlaf.
1
Vitamin C: Brennstoff für Abwehrzellen
Warum: Vitamin C ist der Treibstoff für weiße Blutkörperchen. Es hilft dem Körper, Viren schneller zu bekämpfen. Da der Körper es nicht speichern kann, muss es täglich frisch zugeführt werden.
Wie: Paprika, Brokkoli, Zitrusfrüchte, Beeren.
KONKRET
Rote Paprika hat dreimal mehr Vitamin C als eine Orange. Geben Sie Paprikastreifen in die Brotdose oder pressen Sie morgens einen frischen Saft.
2
Darmgesundheit: Hier sitzt die Abwehr
Warum: 70% des Immunsystems befinden sich im Darm. Eine gesunde Darmflora ist der beste Schutz gegen Krankheitserreger.
Wie: Probiotische Lebensmittel (Naturjoghurt).
KONKRET
Ein täglicher Naturjoghurt (mit etwas Obst für den Geschmack) stärkt die guten Bakterien. Vermeiden Sie gezuckerte Fruchtjoghurts.
3
Zink: Der Wundheiler
Warum: Zink unterstützt die Zellteilung und die Abwehr von Erkältungsviren. Es ist wichtig für intakte Schleimhäute.
Wie: Haferflocken, Rindfleisch, Linsen, Nüsse.
KONKRET
Ein warmes Porridge (Haferbrei) am Morgen liefert eine gute Portion Zink. Für ältere Kinder sind Cashewkerne ein toller Zink-Snack.
4
Vitamin D: Das Sonnenhormon
Warum: Vitamin D aktiviert die Killerzellen des Immunsystems. Im Winter haben fast alle Kinder in Deutschland einen Mangel.
Wie: Rausgehen, fetter Fisch oder Supplemente.
KONKRET
Im Winter reicht die Sonne oft nicht. Sprechen Sie mit dem Kinderarzt über Vitamin-D-Tropfen. Essen Sie 1x pro Woche Lachs.
5
Wasser trinken: Schutzbarriere feucht halten
Warum: Viren dringen über trockene Schleimhäute ein. Wer genug trinkt, hält die Barriere feucht und spült Erreger weg.
Wie: Regelmäßig Wasser oder ungesüßten Tee.
KONKRET
Stellen Sie eine Trinkflasche gut sichtbar auf den Tisch. Erinnern Sie das Kind nach dem Toben ans Trinken.
6
Weniger Zucker: Der Immun-Bremser
Warum: Studien zeigen: Nach einer hohen Zuckerdosis sind die weißen Blutkörperchen für mehrere Stunden "gelähmt" und bekämpfen Bakterien schlechter.
Wie: Süßigkeiten reduzieren, Obst als Alternative.
KONKRET
Ersetzen Sie Gummibärchen durch Apfelschnitze oder Beeren. Vermeiden Sie gesüßte Getränke (Limo/Eistee) komplett.
7
Ingwer & Honig: Natürliche Helfer
Warum: Ingwer wirkt antibakteriell und wärmt. Honig (ab 1 Jahr!) lindert Hustenreiz und enthält Enzyme.
Wie: Als Tee oder "Zaubertrank".
KONKRET
Machen Sie bei ersten Kratzen im Hals einen lauwarmen Tee mit einem Teelöffel Honig und einer Scheibe Ingwer.
8
Protein: Antikörper bauen
Warum: Antikörper und Abwehrzellen bestehen aus Eiweiß. Ohne Protein kann das Immunsystem keine Waffen produzieren.
Wie: Eier, Hülsenfrüchte, Milchprodukte.
KONKRET
Rührei zum Abendbrot oder Linseneintopf zum Mittagessen liefern wichtige Bausteine für die Abwehr.
9
Omega-3: Entzündungen hemmen
Warum: Omega-3-Fettsäuren regulieren die Immunantwort und verhindern überschießende Entzündungen.
Wie: Walnüsse, Rapsöl, Fisch.
KONKRET
Verwenden Sie Rapsöl für den Salat. Geben Sie Walnüsse ins Müsli oder als Snack am Nachmittag.
10
Eisen: Sauerstoff für die Zellen
Warum: Eisenmangel schwächt die Abwehr massiv. Die Zellen werden schlechter mit Sauerstoff versorgt.
Wie: Hirse, Fleisch, grünes Gemüse.
KONKRET
Einmal pro Woche Fleisch oder regelmäßig Hirsegerichte (mit Vitamin C kombiniert) helfen, den Eisenspeicher zu füllen.
1
Schlaf: Die Werkstatt des Körpers
Warum: Im Schlaf arbeitet das Immunsystem am härtesten. Es bildet Gedächtniszellen gegen Viren. Wer müde ist, wird schneller krank.
Wie: Frühe und feste Bettzeiten.
KONKRET
Kindergartenkinder brauchen 10-12 Stunden Schlaf. Sorgen Sie für Ruhe am Abend.
2
Rausgehen: Wetter ist egal
Warum: Temperaturreize (Kälte/Wärme) trainieren die Blutgefäße und Schleimhäute. Heizungsluft macht krank.
Wie: Täglich mindestens 1 Stunde raus.
KONKRET
Matschhose an und los. Pfützen springen ist auch bei Regen gesund.
3
Dreck erlauben: Hygiene-Hypothese
Warum: Das Immunsystem muss "Feinde" kennenlernen, um stark zu werden. Zu sterile Umgebungen fördern Allergien.
Wie: Im Matsch spielen lassen.
KONKRET
Übertreiben Sie es nicht mit Desinfektionsmitteln im Haushalt. Ein bisschen Dreck stärkt die Abwehr.
4
Hände waschen: Der wichtigste Schutz
Warum: 80% aller Infekte werden über die Hände übertragen. Das ist der effektivste Schutz vor Grippe und Magen-Darm.
Wie: Nach dem Heimkommen, vor dem Essen.
KONKRET
Bringen Sie dem Kind bei: "Nach dem Klo und vor dem Essen: Händewaschen nicht vergessen." 20 Sekunden lang einseifen!
5
Bewegung: Lymphe aktivieren
Warum: Bewegung bringt den Kreislauf in Schwung und transportiert Abwehrzellen schneller durch den Körper.
Wie: Toben, Rennen, Sport.
KONKRET
Lassen Sie Kinder sich auspowern. Wer sich bewegt, ist seltener krank.
6
Stress reduzieren: Cortisol hemmt Abwehr
Warum: Dauerstress (Schule, Streit) schwächt das Immunsystem massiv. Glückliche Kinder sind gesünder.
Wie: Ruhepausen und Lachen.
KONKRET
Planen Sie freie Nachmittage ohne Termine ein. Kuscheln und Vorlesen senkt den Stresspegel.
7
Lüften: Viren rauslassen
Warum: In geschlossenen Räumen sammeln sich Viren. Frische Luft senkt die Virenlast und befeuchtet die Atemwege.
Wie: Stoßlüften, 3-4 Mal täglich.
KONKRET
Reißen Sie morgens und vor dem Schlafen die Fenster für 5 Minuten weit auf.
8
Kuscheln: Oxytocin stärkt
Warum: Körperliche Nähe reduziert Stress und stärkt die psychische Widerstandskraft. Ein Kind, das sich geliebt fühlt, ist körperlich stärker.
Wie: Umarmungen.
KONKRET
Nehmen Sie Ihr Kind jeden Tag in den Arm. Das ist Medizin ohne Nebenwirkungen.
9
Zwiebel-Look: Weder schwitzen noch frieren
Warum: Wer schwitzt, kühlt danach schnell aus und friert. Das öffnet Viren Tür und Tor.
Wie: Mehrere Schichten Kleidung.
KONKRET
Ziehen Sie Kinder so an, dass sie eine Jacke ausziehen können, wenn sie beim Toben warm werden.
10
Auskurieren: Nicht zu früh in die Kita
Warum: Ein Infekt, der nicht auskuriert ist, schwächt das Immunsystem langfristig. Rückfälle sind vorprogrammiert.
Wie: 1 Tag fieberfrei abwarten.
KONKRET
Geben Sie dem Körper Zeit zur Erholung. Schicken Sie das Kind erst wieder los, wenn es wirklich fit ist.
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Zu sterile Umgebung: Immunsystem langweilt sich
Das Problem: Wer ständig alles desinfiziert (Sagrotan), nimmt dem Immunsystem das Training. Allergien können die Folge sein.
Die Lösung: Normaler Dreck ist okay.
KONKRET
Putzen Sie normal, desinfizieren Sie nur bei Magen-Darm-Infekten.
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Zucker-Snacks: Abwehr wird lahmgelegt
Das Problem: Zucker hemmt die Aktivität der weißen Blutkörperchen. Ein zuckerkrankes Kind fängt sich jeden Infekt ein.
Die Lösung: Süßes begrenzen.
KONKRET
Reduzieren Sie Zucker, besonders in der Erkältungszeit.
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Zu warm anziehen: Schwitzen
Das Problem: Kinder, die zu dick eingepackt sind, schwitzen beim Toben. Der Schweiß kühlt aus, sobald sie stehenbleiben -> Erkältungsgefahr.
Die Lösung: Zwiebelprinzip.
KONKRET
Lieber mehrere dünne Schichten als eine dicke, damit man variieren kann.
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Zu wenig Schlaf: Regeneration fehlt
Das Problem: Ein übermüdetes Kind ist anfällig für Infekte. Schlaf ist die wichtigste Zeit für die Immunabwehr.
Die Lösung: Feste Zeiten.
KONKRET
Achten Sie penibel auf ausreichenden Schlaf.
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Rauchen: Passivrauch
Das Problem: Passivrauchen schädigt die Flimmerhärchen in den Bronchien. Kinder von Rauchern sind viel häufiger krank.
Die Lösung: Rauchfreie Zone.
KONKRET
Rauchen Sie niemals in der Wohnung oder im Auto, auch nicht am offenen Fenster.
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Antibiotika bei Viren: Nutzlos
Das Problem: Die meisten Kinderkrankheiten sind viral. Antibiotika helfen nur gegen Bakterien, zerstören aber die gute Darmflora.
Die Lösung: Arzt fragen.
KONKRET
Fordern Sie keine Antibiotika "zur Sicherheit". Nehmen Sie sie nur, wenn der Arzt sie für bakterielle Infekte verschreibt.
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Fieber sofort senken: Abwehr stören
Das Problem: Fieber ist eine wichtige Abwehrreaktion, um Viren zu töten. Wer es sofort unterdrückt, verlängert oft die Krankheit.
Die Lösung: Beobachten.
KONKRET
Senken Sie Fieber erst, wenn das Kind leidet oder es sehr hoch ist (Arzt fragen!).
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Vitaminpillen statt Obst: Bioverfügbarkeit
Das Problem: Künstliche Vitamine (Gummibärchen) ersetzen kein echtes Obst. Sekundäre Pflanzenstoffe fehlen.
Die Lösung: Echtes Essen.
KONKRET
Geben Sie frisches Obst und Gemüse, keine Pillen (außer Vitamin D).
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Zu wenig trinken: Trockene Schleimhäute
Das Problem: Kinder vergessen das Trinken. Trockene Nasenschleimhaut lässt Viren durch.
Die Lösung: Erinnern.
KONKRET
Bieten Sie regelmäßig Wasser an.
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Stress & Druck: Cortisol
Das Problem: Ein Kind, das unter Stress steht (Schule, Streit), ist anfälliger für Infekte. Cortisol unterdrückt das Immunsystem.
Die Lösung: Entspannung.
KONKRET
Sorgen Sie für Pausen und eine liebevolle Atmosphäre zu Hause.