Dr. Constanze Lohse
über die richtige Ernährung
für Mutter
und Kind
Dr. Lohse ist Allgemeinärztin mit Schwerpunkt Prävention. Sie erklärt,
wie Sie die Milchbildung natürlich anregen, welche Nährstoffe in die
Muttermilch übergehen und wie Sie sich selbst in dieser kraftraubenden
Zeit stärken.
Stillen ist Hochleistungssport. Ihr Körper braucht jetzt mehr
Energie als in der Schwangerschaft. Diese 20 Regeln sichern die
Versorgung Ihres Babys und schützen Ihre eigenen Reserven.
1
Flüssiges Gold:
Warum Trinken das Wichtigste ist
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Flüssiges Gold:Warum Trinken das Wichtigste ist
Warum: Muttermilch besteht zu
87% aus Wasser. Um täglich 700-1000ml Milch zu produzieren,
braucht Ihr Körper massiv Flüssigkeit. Bei jedem Stillen
schüttet der Körper Oxytocin aus, das sofort Durst auslöst.
Dehydration ist die häufigste Ursache für zurückgehende
Milchmenge.
Wie: Trinken Sie mindestens 3
Liter Wasser oder ungesüßten Tee pro Tag.
KONKRET
Die "Still-Regel": Stellen Sie sich zu jedem Stillen ein
großes Glas Wasser (0,3 - 0,5 Liter) bereit und trinken Sie es
währenddessen aus. So vergessen Sie es nie.
2
Extra-Kalorien:
Stillen verbrennt Energie
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Extra-Kalorien:Stillen verbrennt Energie
Warum: Vollstillen verbrennt
täglich ca. 500-600 Kalorien zusätzlich – das entspricht einer
Stunde Joggen. Wer jetzt Diät hält, riskiert, dass die
Milchmenge zurückgeht und sich Giftstoffe aus dem abgebauten
Fettgewebe in der Muttermilch lösen.
Wie: Essen Sie sich satt.
Planen Sie 2-3 gesunde Snacks extra ein.
KONKRET
Haben Sie an jedem Stillplatz (Sofa, Bett, Sessel) eine Dose
mit Nüssen, Trockenobst oder Stillkugeln stehen. So können Sie
beim Stillen unkompliziert Energie tanken.
3
Gehirn-Nahrung:
Omega-3 für das Baby
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Gehirn-Nahrung:Omega-3 für das Baby
Warum: Das Gehirn des Babys
wächst im ersten Jahr rasant. Dafür braucht es DHA
(Docosahexaensäure), eine Omega-3-Fettsäure. Die bekommt es
ausschließlich über die Muttermilch. Wenn die Mutter zu wenig
davon isst, werden ihre eigenen Reserven (Gehirn) geplündert
("Stilldemenz").
Wie: Fetter Seefisch (Lachs,
Makrele) 2x pro Woche oder Algenöl.
KONKRET
Nehmen Sie täglich einen Esslöffel hochwertiges Algenöl (oder
Kapseln). Leinöl reicht nicht, da der Körper pflanzliches ALA
nur schlecht in das wichtige DHA umwandeln kann.
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Knochenschutz:
Calcium-Räuber vermeiden
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Knochenschutz:Calcium-Räuber vermeiden
Warum: Über die Muttermilch
geben Sie täglich ca. 200-300 mg Calcium an das Baby ab. Wenn
Sie nicht genug essen, löst der Körper das Calcium aus Ihren
Knochen und Zähnen. Langzeitfolge: Osteoporose im Alter.
Wie: Milchprodukte, grünes
Gemüse, Mandeln oder calciumreiches Wasser.
KONKRET
Trinken Sie Mineralwasser mit mindestens 400mg Calcium pro
Liter. Essen Sie Parmesan oder Gouda (sehr hohe Dichte) und
integrieren Sie Mandeln in Ihr Frühstück.
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Milchbildung anregen:
Haferflocken und
Bockshornklee
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Milchbildung anregen:Haferflocken und Bockshornklee
Warum: Bestimmte Lebensmittel
gelten als "Galaktogoga" (milchbildend). Haferflocken liefern
Beta-Glucan und Eisen, was die Hormonproduktion unterstützt.
Bockshornklee ist pflanzlich das stärkste Mittel zur
Steigerung der Milchmenge.
Wie: Warmes Porridge am
Morgen, Stilltee mit Bockshornklee.
KONKRET
Kochen Sie sich "Stillkugeln": Haferflocken, Cashewmus,
Leinsamen und Honig verkneten und zu kleinen Bällen formen. Im
Kühlschrank lagern. Der perfekte Snack für den Milcheinschuss.
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Jod für den IQ:
Die Schilddrüse braucht Futter
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Jod für den IQ:Die Schilddrüse braucht Futter
Warum: Der Jodbedarf ist in
der Stillzeit noch höher als in der Schwangerschaft (ca. 260
µg), da das Baby für sein Wachstum und die Gehirnentwicklung
auf das Jod in der Milch angewiesen ist. Deutschland ist
Jodmangelgebiet.
Wie: Meeresfisch (Kabeljau,
Seelachs), Jodsalz, Milchprodukte.
KONKRET
Verwenden Sie konsequent jodiertes Speisesalz. Da das oft
nicht reicht, empfehlen Kinderärzte oft, die Jodtabletten aus
der Schwangerschaft weiterzunehmen (ca. 100-150 µg).
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Eisen-Speicher füllen:
Erholung von der Geburt
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Eisen-Speicher füllen:Erholung von der Geburt
Warum: Durch den Blutverlust
bei der Geburt und den Wochenfluss sind die Eisenspeicher oft
leer. Das führt zu Müdigkeit, Blässe und Haarausfall. Eisen
ist wichtig für die Blutbildung und den Energiestoffwechsel.
Wie: Rotes Fleisch, Hirse,
Linsen, Kürbiskerne.
KONKRET
Trinken Sie zum eisenhaltigen Essen immer ein Glas
Orangensaft. Das Vitamin C verdreifacht die Eisenaufnahme aus
pflanzlichen Quellen. Meiden Sie Kaffee direkt zum Essen.
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Mythos Blähungen:
Darf ich Zwiebeln essen?
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Mythos Blähungen:Darf ich Zwiebeln essen?
Warum: Früher hieß es: "Kein
Kohl, keine Zwiebeln, kein Knoblauch." Heute weiß man:
Blähende Stoffe gehen nicht in die Muttermilch über (Gas
bleibt im Darm der Mutter). Nur der Geschmack kann sich
ändern.
Wie: Essen Sie alles, worauf
Sie Lust haben.
KONKRET
Probieren Sie es aus. Wenn das Baby nach Ihrem Knoblauch-Essen
unruhig ist, lassen Sie es weg. Meistens reagieren Babys aber
gar nicht. Einschränkungen sind oft unnötig.
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Nerven-Nahrung:
B-Vitamine gegen den Stress
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Nerven-Nahrung:B-Vitamine gegen den Stress
Warum: Schlafmangel und die
ständige Sorge ums Baby zehren an den Nerven. B-Vitamine (aus
Vollkorn, Hülsenfrüchten, Nüssen) sind wichtig für die
Nervenfunktion und psychische Stabilität.
Wie: Essen Sie "komplexe"
Kohlenhydrate und Nüsse.
KONKRET
Hefeflocken ("Nährhefe") sind eine B-Vitamin-Bombe. Streuen
Sie sie wie Parmesan über Pasta oder Salat. Sie schmecken
würzig und stärken die Nerven.
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Der Koffein-Check:
Wachmacher mit Bedacht
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Der Koffein-Check:Wachmacher mit Bedacht
Warum: Koffein geht in die
Muttermilch über. Babys bauen Koffein viel langsamer ab als
Erwachsene (Halbwertszeit bis zu 80 Stunden!). Zu viel Kaffee
macht das Baby unruhig und stört den Schlaf.
Wie: Maximal 2 Tassen (ca.
200mg) am Tag.
KONKRET
Trinken Sie den Kaffee direkt *nach* dem Stillen. So hat Ihr
Körper bis zur nächsten Mahlzeit Zeit, einen Teil des Koffeins
schon wieder abzubauen.
TOP 10 TIPPS LIFESTYLE
1
Ruhe bewahren:
Stress blockiert den Milchfluss
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Ruhe bewahren:Stress blockiert den Milchfluss
Warum: Das Hormon Oxytocin
sorgt für den Milchspendereflex (die Milch fließt).
Stresshormone (Adrenalin) hemmen Oxytocin. Wer gestresst
oder angespannt ist, hat Milch, aber sie "läuft" nicht.
Wie: Schaffen Sie eine
entspannte Atmosphäre beim Stillen.
KONKRET
Atmen Sie vor dem Anlegen 3-mal tief in den Bauch. Legen Sie
das Handy weg. Schauen Sie Ihr Baby an oder hören Sie ruhige
Musik. Das fördert den Oxytocin-Fluss.
2
Haut an Haut:
Der Hormon-Turbo
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Haut an Haut:Der Hormon-Turbo
Warum: Direkter Hautkontakt
(Kuscheln mit nacktem Oberkörper) ist der stärkste Auslöser
für die Prolaktin- und Oxytocin-Produktion. Es reguliert
zudem die Temperatur und Atmung des Babys.
Wie: Kuscheln Sie so oft wie
möglich "oben ohne".
KONKRET
Verbringen Sie bei Milchmangel ein "Still-Wochenende" im
Bett. Viel Hautkontakt und häufiges Anlegen sind effektiver
als jeder Stilltee.
3
Schlaf-Strategie:
Schlafen, wenn das Baby
schläft
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Schlaf-Strategie:Schlafen, wenn das Baby schläft
Warum: Prolaktin (das
Milchbildungshormon) ist sehr sensibel. Schlafmangel senkt
den Spiegel. Ruhephasen sind essenziell für die Regeneration
und die Milchmenge. Der Haushalt kann warten.
Wie: Nutzen Sie die
Nickerchen des Babys für sich selbst.
KONKRET
Legen Sie sich hin, sobald das Baby die Augen zumacht.
Stellen Sie das Handy auf lautlos. Auch 20 Minuten Dösen
helfen dem Hormonhaushalt enorm.
4
Brustpflege:
Wunde Brustwarzen vermeiden
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Brustpflege:Wunde Brustwarzen vermeiden
Warum: Schmerzen sind der
häufigste Grund für vorzeitiges Abstillen. Wunde Brustwarzen
entstehen meist durch falsches Anlegen, nicht durch zu
langes Stillen.
Wie: Lassen Sie den letzten
Tropfen Milch auf der Warze trocknen.
KONKRET
Muttermilch enthält heilende und pflegende Stoffe. Verreiben
Sie den Rest auf der Warze und lassen Sie ihn an der Luft
trocknen. Lanolin-Salbe (Wollfett) hilft ebenfalls.
5
Rücken entlasten:
Die richtige Stillposition
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Rücken entlasten:Die richtige Stillposition
Warum: Viele Mütter beugen
sich zum Baby hinunter ("Geier-Haltung"). Das führt zu
massiven Nacken- und Rückenschmerzen. Verspannungen hemmen
wiederum den Milchflussreflex.
Wie: Bringen Sie das Baby
zur Brust, nicht die Brust zum Baby.
KONKRET
Nutzen Sie viele Kissen oder ein Stillkissen, um das Baby
auf Höhe der Brust zu lagern. Lehnen Sie sich entspannt
zurück. Schultern runter!
6
Hilfe annehmen:
Das Dorf aktivieren
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Hilfe annehmen:Das Dorf aktivieren
Warum: "It takes a village."
Wer versucht, Haushalt, Besuch und Baby alleine zu managen,
brennt aus. Überforderung ist Gift für die Stillbeziehung.
Wie: Delegieren Sie alles
außer dem Stillen.
KONKRET
Wenn Besuch kommt: Bitten Sie ihn, Essen mitzubringen oder
kurz zu saugen. Echte Freunde helfen gerne. Ihr einziger Job
ist das Baby und Ihre Erholung.
7
Bewegung:
Sanfter Wiedereinstieg
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Bewegung:Sanfter Wiedereinstieg
Warum: Moderate Bewegung
baut Stresshormone ab und fördert das Wohlbefinden. Aber
Vorsicht: Zu intensiver Sport kann die Milchsäure im Körper
erhöhen, was den Geschmack der Milch verändern kann.
Wie: Spazieren, Rückbildung,
Yoga.
KONKRET
Stillen Sie das Baby direkt VOR dem Sport. Dann sind die
Brüste leer (angenehmer bei Bewegung) und die nächste
Mahlzeit ist weit genug weg, falls Milchsäure entsteht.
8
Brustmassage:
Milchstau vorbeugen
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Brustmassage:Milchstau vorbeugen
Warum: Ein Milchstau ist
schmerzhaft und kann zur Brustentzündung führen. Er
entsteht, wenn Milchgänge nicht richtig entleert werden oder
Druck ausgeübt wird (z.B. durch enge BHs).
Wie: Tasten Sie die Brust
regelmäßig ab.
KONKRET
Wenn Sie eine Verhärtung spüren: Wärmen Sie die Stelle vor
dem Stillen an und massieren Sie sie während des Trinkens
sanft in Richtung Brustwarze aus.
9
Rauchen:
Jede Zigarette weniger zählt
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Rauchen:Jede Zigarette weniger zählt
Warum: Nikotin geht in die
Muttermilch über und hemmt den Milchspendereflex. Stillen
ist aber so wertvoll, dass Experten sagen: Auch Raucherinnen
sollten stillen (wenn sie nicht aufhören können), da der
Schutz durch die Muttermilch überwiegt.
Wie: Wenn, dann direkt NACH
dem Stillen.
KONKRET
Rauchen Sie niemals in der Wohnung oder im Auto. Waschen Sie
sich Hände und wechseln Sie das Oberteil, bevor Sie das Baby
wieder nehmen.
10
Geduld:
Wachstumsschübe erkennen
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Geduld:Wachstumsschübe erkennen
Warum: Es gibt Tage, an
denen das Baby stündlich trinken will ("Cluster Feeding").
Viele Mütter denken: "Meine Milch reicht nicht." Falsch. Das
Baby bestellt nur mehr für den nächsten Wachstumsschub.
Wie: Anlegen, anlegen,
anlegen.
KONKRET
Geben Sie nicht sofort die Flasche dazu (Zufüttern), sonst
passt sich Ihre Brust nicht an den Mehrbedarf an. Halten Sie
2-3 Tage durch, dann hat sich die Menge reguliert.
!
Die Abstill-Kräuter:
Vorsicht bei Tee und
Bonbons
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Die Abstill-Kräuter:Vorsicht bei Tee und Bonbons
Das Problem: Pfefferminze
und Salbei enthalten ätherische Öle, die die Milchbildung
stark hemmen. Sie werden medizinisch zum Abstillen genutzt.
Wer versehentlich viel Pfefferminztee trinkt, riskiert, dass
die Milch versiegt.
Die Lösung:
Fenchel-Anis-Kümmel.
KONKRET
Meiden Sie auch Salbeibonbons bei Halsschmerzen. Trinken Sie
stattdessen speziellen Stilltee (max. 3 Tassen, sonst kehrt
sich die Wirkung um) oder Früchtetee.
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Alkohol-Timing:
Wann die Milch sauber ist
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Alkohol-Timing:Wann die Milch sauber ist
Das Problem: Alkohol geht
1:1 in die Muttermilch über. Die Konzentration in der Milch
ist identisch mit der im Blut. "Abpumpen und Wegschütten"
hilft nicht, da der Alkohol in der Milch erst abgebaut wird,
wenn er auch im Blut sinkt.
Die Lösung: 2-3 Stunden
Pause pro Glas.
KONKRET
Stillen Sie das Baby, trinken Sie dann das Glas Sekt (wenn
es sein muss) und warten Sie mindestens 2,5 Stunden bis zur
nächsten Mahlzeit.
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Zu schnell Diät halten:
Giftstoffe für das
Baby
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Zu schnell Diät halten:Giftstoffe für das Baby
Das Problem: Im Körperfett
sind Umweltgifte gespeichert. Wer radikal abnimmt
("Crash-Diät"), setzt diese Giftstoffe frei. Sie gelangen in
die Muttermilch und belasten das Baby.
Die Lösung: Langsam abnehmen
(max. 500g/Monat).
KONKRET
Durch das Stillen nehmen die meisten Frauen automatisch ab.
Erzwingen Sie nichts. Ernähren Sie sich gesund, aber hungern
Sie niemals.
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Schmerzen ertragen:
Das ist nicht normal
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Schmerzen ertragen:Das ist nicht normal
Das Problem: "Stillen tut
halt weh" – dieser Satz ist falsch. Starke Schmerzen deuten
auf falsches Anlegen, Pilzinfektion (Soor) oder
Zungenbändchen-Probleme beim Baby hin. Wer die Zähne
zusammenbeißt, riskiert Entzündungen.
Die Lösung: Stillberatung
holen.
KONKRET
Wenden Sie sich bei Schmerzen sofort an eine Hebamme oder
Stillberaterin. Oft reicht eine kleine Korrektur der
Haltung, und der Schmerz ist weg.
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Dehydration ignorieren:
Warum die Milch
versiegt
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Dehydration ignorieren:Warum die Milch versiegt
Das Problem: Viele Mütter
vergessen im Stress zu trinken. Wenn der
Flüssigkeitshaushalt der Mutter im Minus ist, fährt der
Körper die Milchproduktion als Schutzmechanismus zurück.
Die Lösung: Trinken als
Pflichtübung.
KONKRET
Kaufen Sie sich eine schöne, große Trinkflasche mit
Strohhalm (einhändig bedienbar!). Sie muss immer gefüllt
neben Ihnen stehen.
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Medikamente ohne Check:
Embryotox nutzen
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Medikamente ohne Check:Embryotox nutzen
Das Problem: Viele Frauen
trauen sich nicht, bei Kopfschmerzen eine Tablette zu nehmen
und leiden unnötig. Oder sie nehmen das Falsche. Aspirin
kann z.B. bei Säuglingen Probleme verursachen.
Die Lösung: Informieren.
KONKRET
Nutzen Sie die App oder Webseite von "Embryotox" (Charité
Berlin). Dort sehen Sie genau, welche Medikamente (z.B.
Ibuprofen/Paracetamol) in der Stillzeit sicher sind.
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Vergleichs-Falle:
"Warum schläft meins nicht?"
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Vergleichs-Falle:"Warum schläft meins nicht?"
Das Problem: Jedes Baby ist
anders. Wer sich ständig mit Instagram-Müttern vergleicht,
deren Babys angeblich durchschlafen, erzeugt Stress. Stress
hemmt die Milch.
Die Lösung: Fokus auf das
eigene Kind.
KONKRET
Stillkinder kommen nachts öfter, weil Muttermilch schneller
verdaut ist als Pulvermilch. Das ist physiologisch normal
und gesund für das Gehirn des Babys (konstanter
Zuckerspiegel).
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Einseitiges Anlegen:
Milchstau riskieren
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Einseitiges Anlegen:Milchstau riskieren
Das Problem: Wenn das Baby
immer in der gleichen Position trinkt, werden manche
Milchkanäle super entleert, andere gar nicht. In den nicht
entleerten Kanälen staut sich die Milch, es droht eine
Entzündung.
Die Lösung: Positionen
wechseln.
KONKRET
Wechseln Sie zwischen Wiegehaltung, Rückengriff ("Football")
und Stillen im Liegen. Das Kinn des Babys massiert die Brust
beim Trinken – richten Sie das Kinn immer dorthin, wo es
spannt.
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Zufüttern bei Krise:
Der Anfang vom Ende
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Zufüttern bei Krise:Der Anfang vom Ende
Das Problem: Angebot und
Nachfrage regeln die Milchmenge. Wenn Sie bei einem
Wachstumsschub eine Flasche Pulvermilch geben, "bestellt"
das Baby diese Menge nicht an der Brust. Ihre Produktion
fährt runter.
Die Lösung: Clusterfeeding
akzeptieren.
KONKRET
Legen Sie das Baby für 24 Stunden extrem oft an. Das
signalisiert der Brust: "Mehr produzieren!". Danach
reguliert es sich meist von selbst.
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Zu viel Koffein:
Warum das Baby nicht schläft
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Zu viel Koffein:Warum das Baby nicht schläft
Das Problem: Babys können
Koffein viel schlechter abbauen als Erwachsene
(Halbwertszeit bis zu 80 Stunden!). Wenn die Mutter viel
Kaffee trinkt, sammelt sich das Koffein im Baby an. Es wird
unruhig und schläft schlecht.
Die Lösung: Maximal 2
Tassen.
KONKRET
Trinken Sie Kaffee immer direkt *nach* dem Stillen, damit
der Spiegel im Blut bis zum nächsten Stillen sinken kann.
Beobachten Sie Ihr Baby genau.